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Ausuferndes Auswahlverfahren - stellvertretender Vorsitzender des BDG protestiert

Für eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung eines Grundwasserschadens mit teerölspezifischen Verunreinigungen mit einem Projektbudget von 25.000 Euro hat eine norddeutsche Mittelstadt ein umfangreiches Vergabeverfahren in Gang gesetzt: auf die drei bis fünf Büros, die nach Einreichung aller Unterlagen ein Konzept erarbeiten und dem Auftraggeber präsentieren sollten käme ein Material- und Zeitaufwand von geschätzten 10.000 Euro und mehr pro Büro zu.

Klaus Bücherl, stellvertretender Vorsitzender des BDG, protestierte bei den Auftraggebern: „Im vorliegenden Fall übersteigt die Summe des Aufwandes der Bewerber den Auftragswert. ... So findet die Kommune mit Sicherheit nicht den geeignetsten Bewerber, da gerade die qualifiziertesten Büros angesichts des groben Missverhältnisses zwischen Aufwand und möglichem Gewinn keine Bewerbung abgeben." „Dabei", so Bücherl, „ist das Vergaberecht hier eindeutig: Bei einem Auftragswert unter 206.000 € sind Aufträge über freiberufliche Leistungen und solche, die im Wettbewerb mit freiberuflichen Leistungen vergeben werden, freihändig zu vergeben. Erst bei großen Auftragssummen ist der erhebliche Aufwand für derartige Bewerbungen gerechtfertigt."

Der BDG hat die unbefriedigende Vergabepraxis wiederholt moniert und hat sich auch in dem beschriebenen Fall zu Wort gemeldet (die Antwort steht noch aus).

In einem Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister hat der BDG darauf hingewiesen, dass diese Vergabepraxis nicht nur volkswirtschaftlich unsinnig ist, sondern außerdem mittelstandsfeindlich ist, weil es kleinere und mittlere Büros, die sich den großen Aufwand für derartige Wettbewerbe nicht leisten können, gegenüber den großen, oft internationalen Consultingunternehmen benachteiligt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen und künftig zu erwartenden wirtschaftlichen Lage in Deutschland sieht der Berufsverband der Deutschen Geowissenschaftler akuten Handlungsbedarf und wird sich hier weiterhin lautstark zu Wort melden. Um weitere Beispiele unsinniger oder auch rechtswidriger Vergabepraxis anprangern zu können brauchen wir die Unterstützung unserer Mitgliedsunternehmen. Bitte melden Sie uns Fälle aus Ihrer Praxis und seien Sie mutig genug, auch Ross und Reiter zu nennen! Nur so können wir langfristig etwas erreichen!

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