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 Teilweise ernüchternde Tatsachen über den Bachelor kamen auf dem Studienforum Geowissenschaften des BDG zutage: auch Jahre nach der Einführung von BSc und MSc gibt es weder ein nennenswertes Stellenangebot für Bachelorabsolventen noch ausreichend Bachelorabsolventen, die direkt in den Beruf einsteigen möchten. Das stellten Studiengangskoordinatoren im Erfahrungsaustausch mit Vertretern aus dem öffentlichen Dienst und der Industrie fest.

Auch wenn Oliver Paech, Teamleiter bei der URS Deutschland GmbH ausführt, dass „der zweistufige Abschluss in den Geowissenschaften gut ist, da die Studierenden selber entscheiden sollten, ob sie einen kurzen oder langen Ausbildungsweg gehen“ betont er doch im nächsten Satz, dass „für Global Player in der Wirtschaft und Industrie besonders die MSc- und Phd-Abschlüsse wichtig sind, auch um zukünftig Managementaufgaben erfüllen zu können“. „So muss es Aufgabe der Geowissenschaften sein“ führt er weiter aus, „wissenschaftliches Potenzial bereit zu stellen, das Umwelt-, Klima und Energiefragen lösen kann.“ In eine ähnliche Richtung argumentiert auch Prof. Dr. Ralph Watzel, Leiter des Staatlichen Geologischen Dienstes Baden Württemberg: „Wenn Positionen zu besetzen sind, die sich zu Führungs- oder sogar Spitzenpositionen entwickeln können, sind Bachelorabsolventen im öffentlichen Dienst nicht die erste Wahl; sie konkurrieren mit einer Vielzahl an AbsolventInnen auf MSc- und Promotions-Ebene. Für klassische gehobene Servicetätigkeiten können sie jedoch ausreichend qualifiziert sein und hier können auch entsprechende Stellen angeboten werden.“ Auch wenn noch 2010 57% der Industrie und 82% der Geologischen Dienste theoretisch Einsatzmöglichkeiten für BScs gesehen haben, ist die Zahl der Stellenangebote für Bachelorabsolventen insgesamt jedoch sehr gering (Quelle: Umfrage des BDG, 2010).

 Kritik erntete auch die Ausbildung der BSc: mangelnde Praxisnähe und Verschulung des Studiums fördern weder die Einsetzbarkeit noch die Lebenserfahrung der Absolventen. Beides wäre jedoch nötig, um bei den Bewerbungsgesprächen und später im Beruf punkten zu können. Die fundierte Grundlage des BSc für das MSc Studium wurde hingegen nicht angezweifelt.

 Ein weiteres Problem ist die geringe Anzahl von BSc Absolventen, die direkt in den Beruf einsteigen wollen. Gemäß den Untersuchungen von INCHER, Universität Kassel (International Centre for Higher Education Research) schließen 95% aller BSc-Absolventen direkt ein MSc-Studium an. „Dabei spielt weniger der Wunsch nach besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle“ gibt Rene Kooij von INCHER an „sondern eher das fachliche Interesse und der Wunsch, zusätzliche Kenntnisse zu erlernen“.

 Die wenigen BSc-Bewerber müssen oft mit einer großen Anzahl von MSc- und sogar promovierten Bewerbern konkurrieren. Dazu sagt Paech: „Wenn ich zehn Bewerbungen habe, entscheide ich mich für den Bewerber mit der höchsten Qualifikation“. Im schlimmsten Fall wird hierfür ein MSc zu einem BSc-Gehalt eingestellt. „Wir haben es hier mit einem klassischen Verdrängungswettbewerb zu tun“ fügt Dr. Ulrike Mattig, Vorsitzende des BDG hinzu.

 „Insgesamt müssen wir feststellen, dass der Bachelor die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt hat. Er wird von Studierenden und Arbeitgebern lediglich als Zwischenetappe auf dem Weg zu einem vollwertigen Geowissenschaftler verstanden“ fasst Prof. Dr. Helmut Heinisch, Sprecher des Ausschusses Hochschule und Forschung des BDG, die Ergebnisse am Ende des Tages zusammen.

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