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Die European Federation of Geologists (EFG) ist die berufsständische
Vertretung geologisch ausgerichteter Berufsverbände in Brüssel. Jedes
Land wird durch eine Organisation vertreten - für Deutschland ist es der
BDG.

Die Entscheidung Großbritanniens, aus der EU auszutreten, hat europaweit
Bestürzung und Sorgen ausgelöst. So auch beim BDG und bei der EFG. Eine
Entscheidung, die auf beiden Seiten nur Verlierer produziert.


Großbritannien wird innerhalb der EFG durch die Geological Society of
London (GS) vertreten, einer starken und traditionsreichen Gesellschaft,
die in vorbildlicher Weise berufständische und wissenschaftliche
Ambitionen vereint. Die Geological Society gehört zu den
mitgliedsstärksten Vertretungen innerhalb der EFG (der BDG ist die 4.
stärkste Mitgliedsorganisation). Sie weist mit Abstand den höchsten
Anteil an "European Geologists" auf.

Die Geological Society teilte der EFG mit, dass auch sie die
Austrittsentscheidung sehr bedauere. Eine Blitzumfrage unter den
Mitgliedern der GS habe ergeben, dass lediglich 7 % den Austritt
Großbritanniens aus der EU begrüßen. Gleichzeitig versicherte die GS,
dass sie weiterhin und uneingeschränkt Mitglied der EFG bleibe und
zusammen mit den anderen Partnern an der Stärkung des geologischen
Berufsstandes in Europa (und darüber hinaus) mit ganzer Kraft
mitarbeiten werde. Der Beruf des Geologen sei nun wahrlich global und
grenzüberschreitend angelegt.

Die EFG (und auch der BDG) begrüßen dieses eindeutige Bekenntnis der GS
sehr. Großbritannien hat mehrmals sehr erfolgreich die
EFG-Präsidentschaft innegehabt und innerhalb der EFG immer eine führende
Rolle gespielt. Eine Mitgliedschaft in der EFG ist nicht an die
EU-Mitgliedschaft des Landes gebunden. Die EFG versteht sich als "the
voice of geology in Europe", was über eine rein politische
Interessensvertretung hinausgeht, wenngleich die Lobbyarbeit für den
geowissenschaftlichen Berufsstand Hauptaufgabe bleibt.

Dennoch kommen auch auf unseren Berufsstand durch den Brexit Fragen zu,
die beantwortet werden müssen. Wie steht es mit aktuellen und künftigen
Arbeitserlaubnissen? Wie mit der Niederlassungsfreiheit und der Freiheit
des Dienstleistungsangebotes? Und was wird aus dem von der EU
angestrebten "einheitlichen Raum" für Wissenschaft, Forschung und
Studium? Dies und manches mehr sind Fragen unseres Berufsstandes an die
Politik.