Standesregeln der Föderation Europäischer Geologen (FEG / EFG)

Der unten aufgeführte Kodex des beruflichen Verhaltens (Code de Déontologie professionelle) ist vom europäischen Dachverband der nationalen Berufsverbände für Geologen im Jahre 1986 verabschiedet worden. Er ist für alle Mitgliedsverbände bindend, somit auch für alle BDG-Mitglieder.

Präambel

Geologie ist die Wissenschaft, welche sich mit der Erforschung von Aufbau und Entwicklung der Erde, ihrer nutzbaren Bodenschätze und der natürlichen Umwelt befaßt und welche die darauf gewonnenen Kenntnisse in die Praxis umsetzt.

Allgemeine Grundsätze

1. Alle Mitglieder verpflichten sich, ihr berufliches Verhalten nach den Regeln und dem Geist dieses Ehrenkodex auszurichten und das Ansehen ihres Berufsverbandes zu wahren.

2. Die Berufsausübung erfordert ein Höchstmaß an Redlichkeit, Moral, beruflicher Gewissenhaftigkeit und an gesellschaftlicher Verantwortung.

3. Jeder Geowissenschaftler ist verantwortlich für das Bild seines Berufsstandes, welches er seiner Umgebung und der weiteren Öffentlichkeit vermittelt.

4. Jeder Geowissenschaftler ist verpflichtet, das Berufsgeheimnis zu wahren.

Beziehung zu anderen Geowissenschaftlern

5. Jeder Geowissenschaftler soll gegenüber seinen Kollegen, Arbeitgebern und Dritten aufrichtig und loyal handeln. Er ist insbesondere verpflichtet, keine Unwahrheiten zu verbreiten, die einen Kollegen in Verruf bringen.

6. Der Geowissenschaftler erteilt keine Gefälligkeitsunterschriften, handelt nicht gegen die Interessen seiner Auftraggeber und tritt nicht in unredlichen Wettbewerb.

Beziehungen zu Auftraggebern

7. Der Geowissenschaftler muß seine Auftraggeber über die Grenzen von ihm gemachter Aussagen unterrichten.

8. Der Geowissenschaftler muß in Ausübung seines Berufs jede Nachlässigkeit vermeiden. Er ist verpflichtet, seinen Klienten oder die Umwelt vor materiellen und immateriellen Schäden zu bewahren.

9. Der Geowissenschaftler darf keine Tatsachen verändern oder eindeutig technisch-wissenschaftliche Erkenntnisse zurückhalten, um einen Klienten zu begünstigen.

10. A) Der Geowissenschaftler darf keine Beratung anbieten, die nicht naturwissenschaftlich nachprüfbar ist. Er darf auch keine berufliche Qualifikation anbieten, die er nicht besitzt.

B) Der Geowissenschaftler soll andere Spezialisten hinzuziehen, wenn dies der Erfüllung seines Auftrages dient. In Gutachten und Berichten soll er die Ergebnisse anderer eindeutig kennzeichnen.

C) Der Geowissenschaftler muß in seinen Gutachten auch eindeutig auf die Gefahren und folgen hinweisen, die sich daraus ergeben können, wenn seine Empfehlungen nicht beachtet werden.

11. Der Geowissenschaftler soll sich nicht als unabhängiger Experte in Streitsachen einschalten, für die er fachlich nicht zuständig ist. Er soll sich auch nicht als unabhängiger Experte ausgeben, wenn er vorher in derselben Streitsache schon tätig war.

Anwendung dieser Standesregeln

12. Diese Standesregeln sind für jeden Geowissenschaftler, der einem der Mitgliedsverbände der Federation of European Geologists angehört, verbindlich.

13. Diese Standesregeln gelten für jeden der unter 12. genannten Geowissenschaftler an jedem Einsatzort, es sei denn, es bestehen vergleichbare nationale Standesregeln.

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