Als einzige berufsständische Vertretung der Geowissenschaften ist der BDG aktiv in folgenden Bereichen:

- Mitwirkung bei der Gesetzgebung

-  Mitarbeit im ASIIN, um bei der Gestaltung der akademischen Ausbildung für eine ausreichende Berücksichtigung praktischer Inhalte zu sorgen.

- Über Mitgliedschaft im europäischen Dachverband der Berufsverbände ist der Zugang zu Entscheidungen auf europäischer Ebene und zu aktuellen Informationen garantiert.

- Präsentation des Berufsbildes in der Öffentlichkeit

- Mitwirkung im Ausschuss der Ingenieurverbände und Ingenieurkammern für die Honorarordnung AHO

- Mitglied der European Federation of Geologists

- Mitarbeit bei der American Association of Petroleum Geologists (AAPG)

- Mitwirkung bei der Konferenz der Geowissenschaftlichen Gesellschaften

Hier finden Sie die Stellungnahmen und Pressemitteilungen des BDG.

 


 

BDG begrüßt das Gesetzesvorhaben zur Regelung von Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid (CCS) (09.04.2009)

Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) e.V. fordert Bestand unabhängiger Fachbehörden (06.04.2009)

Die neuen B.Sc.-Studiengänge in den Geowissenschaften: aktuelle Situation, Probleme und Perspektiven aus Sicht des BDG (01/2007)

Geowissenschaften: Studieren ist „in“ (09/2009)

Immer mehr Katastrophen bei Baumaßnahmen im Untergrund - BDG fordert handlungsfähige Geo-Behörden(10/2009)

Stellungnahme zum Schadensfall der Erdwärmebohrung vor dem Finanzministerium in Wiesbaden (11.11.2009)

BDG fordert Programm zur Erkundung des geologischen Untergrunds in Deutschland (03.11.2010)

Führt Fachkräftemangel zu Rohstoffkrise? (5.11.2010)


BDG begrüßt das Gesetzesvorhaben zur Regelung von Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid (CCS)

 

Der BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V. begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, der Nutzung unterirdischer geologischer Speicher zur dauerhaften Speicherung von Kohledioxid eine gesetzliche Grundlage zu geben. So ist Klarheit über Verfahren, Zuständigkeiten und Genehmigungen zu erlangen, wenn das Ziel, durch die CO2-Speicherung zur Klimaschonung beizutragen, erreicht werden soll. Nach Ansicht des BDG bietet die CO2-Speicherung in unterirdische geologische Speicher die Chance, dass die Bundesrepublik Deutschland ihrer globalen Verantwortung für die Klimaschonung nachkommt, ohne das Gebot der CO2-Vermeidung zu vernachlässigen. Dieses Gesetzesvorhaben bietet darüber hinaus die Chance, auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet einen Know-how-Vorsprung zu erzielen.

 

In diesem Zusammenhang hält der BDG es für wichtig, den geologischen Sachverstand der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe – wie vorgesehen - einzubinden. Leider wurde auch die BGR seit Jahren nicht von einer Personalreduzierung verschont. Wenn ihr jetzt neue oder zusätzliche Aufgaben z. B. im Rahmen der CO2-Speicherung übertragen werden, so muß sie finanziell und personell in die Lage versetzt werden, diesen Aufgaben in der erforderlichen Qualität nachkommen zu können.

 

Das Gesetz stellt die Benennung der zuständigen Behörden der Länder in die Entscheidungskompetenz der Bundesländer, was voraussetzt, dass das geologische Fachwissen der Landesbehörden für die Erfüllung der im Gesetz vorgesehenen Aufgaben auch zur Verfügung steht. Häufig jedoch existieren Staatliche Geologische Dienste als eigene Fachbehörde nicht mehr, sondern sind – vollständig oder teilweise – in andere Behörden integriert, so dass der geologische Sachverstand und geowissenschaftliche Daten nicht mehr an einem Ort konzentriert vorhanden sind. Der BDG fordert daher die Länder auf, der Zersplitterung geowissenschaftlichen Sachverstandes entschieden entgegenzuwirken Darüber hinaus sind bundesweite Standards zur Behandlung geologischer Daten in den Landesbehörden erforderlich. Der Informationsfluss zwischen BGR und Länderdiensten ist sicherzustellen.

 

Um Konflikte mit der Nutzung der Geothermie zu vermeiden, sollte nach Auffassung des BDG auch die geothermische Nutzung des Untergrundes auf eine gesetzliche Basis gestellt werden. Die Geothermie kann einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung des Verbrauches fossiler Energieträger und damit zur Schonung des Klimas beisteuern und kommt weitgehend ohne CO2-Emissionen aus. Bei ihrer Nutzung ist größter Wert auf ein klares behördliches Genehmigungsverfahren und die Einbindung geologischen Sachverstandes zu legen. Auch dies setzt eine Stärkung der Staatlichen Geologischen Dienste voraus.

 

Bonn, den 9. April 2009


Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) e.V. fordert Bestand unabhängiger Fachbehörden

Der BDG begrüßt die Bemühung um ein bundeseinheitliches Recht im Umweltbereich. Für die Arbeit der im BDG organisierten beratend tätigen Geowissenschaftler, sind bundesweit gleiche Rahmenbedingungen ein wichtiges Anliegen. Die vorgesehene Bundesgesetzgebung, die nach dem Scheitern des UGB einheitlichere gesetzliche Rahmenbdingungen gewährleisten soll, wird deshalb ebenfalls grundsätzlich begrüßt.

 

Der BDG fordert allerdings nachdrücklich, dass unabhängige Fachbehörden nicht in ihrem Bestand gefährdet werden dürfen! Geowissenschaftliche Beurteilung muss sich strikt an fachlichen Grundsätzen und den vorgefundenen geowissenschaftlichen Gegebenheiten orientieren.

Geowissenschaftliche gutachterliche Grundlagenarbeit darf nicht politischen oder finanziellen Rahmenbdingungen ausgesetzt oder untergeordnet werden. Hierfür sind Fachbehörden, die von politischen Entscheidungsträgern und von den Rechtsbehörden unabhängig sind, unverzichtbar.

 

Welch katastrophale Auswirkungen offensichtliche Fehlentscheidungen im Bereich Baugrund und Grundwasser haben können, zeigt die Katastrophe von Köln.

 

Horst Häussinger

Sprecher des Ausschusses Ämter und Behörden, Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) e.V.

06.04.2009


Die neuen B.Sc.-Studiengänge in den Geowissenschaften: aktuelle Situation, Probleme und Perspektiven aus Sicht des BDG

Die Einführung der neuen Studiengänge Bachelor of Science (B.Sc.) und Master of Science (M.Sc.) war in den Geowissenschaften lange umstritten und ist es zum Teil noch heute. Letztlich wurde sie jedoch vom politischen Umfeld vorgegeben und ist inzwischen fast flächendeckend umgesetzt. Vor diesem Hintergrund geht es dem BDG nunmehr darum, aus Sicht der Berufstätigen und der Arbeitgeber, der Studierenden und auch der Lehrenden die Vor- und Nachteile des neuen Studiensystems aufzuzeigen. Die vorliegende Stellungnahme des BDG-Ausschusses Hochschule und Forschungseinrichtungen (AHF) basiert auf Berichten von betroffenen Hochschulen, berücksichtigt aber auch Beiträge von Unternehmen und Behörden, die sich an den BDG gewandt haben.

Die Befürworter der Reformen führen eine Reihe von Zielen bzw. Vorteilen der neuen Studiengänge an. Dazu gehören u. a. die Straffung der Ausbildung, geringeres Alter der Absolventen, stärkerer Praxisbezug, Modernisierung und Verbesserung der Lehre, Anpassung an internationale Standards und Erleichterung des Wechsels zwischen unterschiedlichen Studienorten. Nachdem inzwischen eine größere Anzahl von B.Sc.- und M.Sc.-Absolventen und Absolventinnen den Arbeitsmarkt erreicht hat, ist eine kritische Analyse der neuen Studiengänge angebracht.

Generell ist festzuhalten, dass eine Verkürzung der Studiendauer zu beobachten ist, auch wenn nur ein kleiner Teil der Studierenden den Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit ablegt. Da die für den Abschluss erforderlichen ECTS-Punkte (Credit Points) schrittweise in den einzelnen Lehrveranstaltungen erworben werden, können die Studierenden studienrelevante Aufgaben in der Regel eher konzentriert angehen und in einer überschaubaren Zeit lösen. An einigen Studienorten ist durch die stärkere Reglementierung (Verschulung) tatsächlich der Studiengang im Vergleich zu den bisherigen Diplom-Studiengängen übersichtlicher geworden, an anderen Studienorten ist jedoch leider auch das Gegenteil der Fall. Eine mehr festgelegte, straffere Studienorganisation geht allerdings auf Kosten der Persönlichkeitsentwicklung, der eigenständigen Arbeitsorganisation sowie des Denkens in Zusammenhängen. Letzteres geht u. a. auch deshalb verloren, weil keine umfassende Abschlussprüfung stattfindet, in der die interdisziplinäre Vernetzung der geowissenschaftlichen Fachrichtungen und die Fähigkeit zum Transferdenken abgefragt wird. Die Meinungen über die Praxisrelevanz der neuen Studiengänge sind sehr unterschiedlich und hängen von den hochschulspezifischen Angeboten ab. Während an vielen Studienorten die Grundausbildung weiterhin vorwiegend wissenschaftlich ausgerichtet und prinzipiell als Vorbereitung für ein direkt anschließendes M.Sc.-Studium gedacht ist, werden neue geowissenschaftliche Studiengänge an Fachhochschulen als besonders praxisrelevant gelobt. Falls tatsächlich nur ein Teil der Studierenden, wie vorgesehen, zum M.Sc.-Studium zugelassen werden soll, ist eine B.Sc.-Ausbildung an Universitäten, die nur auf eine wissenschaftliche Karriere ausgerichtet ist, nicht bedarfsorientiert und geht an den Bedürfnissen der Studierenden und des Arbeitsmarktes vorbei.

Die Verbesserung der Lehre bestand anfänglich an vielen Studienorten in einem Übergang zu kleineren Gruppengrößen und intensiverer Betreuung. Durch die Schließung vieler Geo-Institute und der damit verbundenen Konzentration der Studierenden auf weniger Geowissenschaftliche Institute ist dieser Vorteil bei gleichzeitigem Abbau des Personals allerdings fast in allen Bundesländern inzwischen wieder zunichte gemacht worden. Ob eine Verbesserung über Studiengebühren-finanzierte Tutorien erreicht wird, bleibt fraglich. Eine klare Vorgabe des Studienablaufs sollte eine Verkürzung der Studiendauer unterstützen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Stundenpläne - mit bis zu 28 Semesterwochenstunden zuzüglich abgeprüfter Vorbereitung und bewerteter Berichte - oft kaum zu realisieren waren. Deshalb werden einige der frühen Studiengänge aktuell schon wieder überarbeitet bzw. sind schon mehrfach überarbeitet worden. Dabei war es immerhin von Vorteil, dass „von oben“, d.h. zumeist von den zuständigen Ministerien, klare und strenge Rahmenbedingungen vorgegeben wurden. Ständige Änderungen bzw. Nachbesserungen tragen allerdings weder dazu bei, den Studierenden eine klare und hoffnungsvolle Perspektive aufzuzeigen, noch deren Vertrauen in die Qualität mancher ausbildenden Institution zu festigen. Negativ auf das Lehrangebot wirkt sich ferner aus, dass an einigen Standorten nur noch eine B.Sc.-, aber keine M.Sc.-Ausbildung angeboten werden soll. Weiterhin ist die Tendenz zu beobachten, dass die arbeitsintensive Breitenausbildung der B.Sc.-Studierenden auf den akademischen Mittelbau oder - als weiterer Sparbeitrag - gar auf externe Lehrbeauftragte verlagert wird, während die Hochschullehrer/innen die M.Sc.-Kurse mit kleinen Gruppengrößen durchführen.

Studienspezifisch hat sich für die Geologie an vielen Universitäten negativ ausgewirkt, dass die Geländeausbildung überproportional gekürzt wurde. Dies ist größtenteils auf die Zusammenlegung der Fächer Geologie, Mineralogie und teilweise auch Geophysik und Geographie im Rahmen der Einführung der B.Sc.-Studiengänge zurückzuführen, z. T. aber auch darauf, dass an manchen Studienorten aufgrund der betreuungsintensiveren B.Sc.-Lehrveranstaltungen eine intensive Geländeausbildung bei der gegebenen Personalsituation und steigenden Studierendenzahlen nicht mehr im bisherigen Umfang beibehalten werden kann. Gerade diese Reduktion der Geländeausbildung wird aber von der überwiegenden Mehrheit der Arbeitgeber im Geo-Bereich abgelehnt. Denn die im Gelände erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten gehören zur elementaren Grundausbildung der Geologie und der Geowissenschaften, die nicht von anderen Natur- und Ingenieurwissenschaften gelehrt wird und die auch von Arbeitgebern im Geo-Bereich im Gegensatz zu sonstigen fachspezifischen Kenntnissen und Methoden nur sehr bedingt während der beruflichen Einführungszeit vermittelt werden kann. Für ein praxisorientiertes B.Sc.-Studium ist die Stärkung der Geländeausbildung bzw. die Beibehaltung der Geländeausbildung entsprechend des bisherigen Diplom-Studienganges Geologie daher unerlässlich.

Die Anpassung an internationale B.Sc.-Standards scheint zur Zeit noch recht problematisch; insbesondere, da sich inzwischen herausgestellt hat, dass international die Regelungen nicht so einheitlich sind wie ursprünglich gedacht (vgl. Artikel von Prof. Gursky, Gmit 25, Sept. 2006). Außerdem zeichnet sich in einigen Ländern ein Trend hin zu wieder längeren Studiengängen ab. Daher ist ein Wechsel zwischen Studienorten trotz europaweit anerkannter Credit-Points z.T. schwieriger als früher. Häufig erfordern standortspezifische Module den Erwerb zusätzlicher Punkte. Dies führt zu Zeitverlust, wenn solche Module oder zumindest einzelne Veranstaltungen nachgeholt werden müssen. Es sind sogar schon Fälle bekannt geworden, bei denen ein B.Sc.-Abschluss in Geologie bei einem Wechsel innerhalb Deutschlands nicht anerkannt wurde, um mit einem Geologie M.Sc.-Studium zu beginnen.

Nach der Einschätzung des BDG wird der B.Sc.-Abschluss generell nicht als vollwertiger geowissenschaftlicher Abschluss betrachtet. Der Praxisbezug ist an vielen Standorten immer noch recht gering, obwohl das B.Sc.-Studium wegen der starken Verschulung ähnlich dem Konzept der Fachhochschulen eher als berufsausbildend und weniger als akademisch gesehen wird. Weder private noch öffentliche Arbeitgeber haben sich bisher auf den B.Sc. eingestellt. So gibt es noch keine bundeseinheitlichen Einstellungsbedingungen. Hilfswissenschaftler/innen (HiWis) mit B.Sc. werden an den Hochschulen nicht besser bezahlt als HiWis ohne Abschluss. Damit erkennen also auch selbst die Hochschulen de facto den B.Sc. nicht als berufsqualifizierenden Abschluss an. In allen Bereichen zeichnet sich ein eher geringes Gehaltsniveau ab. Damit steigen gleichzeitig die Chancen der Absolvent/inn/en auf eine Arbeitsstelle. Dies gilt besonders für öffentliche Verwaltungen. Dort erfüllen heute oft FH-(Bau-)-Ingenieure geowissenschaftliche - oder besser geopraktische - Aufgaben auf Stellen, auf denen aus personalrechtlichen Gründen keine Diplom- oder M.Sc.-Absolvent/inn/en eingestellt werden können. Die große Nachfrage nach in der DDR ausgebildeten „Geologie-Ingenieuren“ belegt den Markt für Absolventen und Absolventinnen mit Abschlüssen auf diesem Niveau. Allerdings ist die Ingenieur-Ausbildung in der früheren DDR nur bedingt vergleichbar, da diese wesentlich praxisorientierter und damit berufsnäher war, als das in den gegenwärtigen B.Sc.-Studiengängen der Fall ist. Darüber hinaus ist das B.Sc.-Studium aufgrund seiner kurzen Dauer als Zusatzstudium geeignet. Man kann theoretisch in 12 Semestern zwei Abschlüsse schaffen, die bei sinnvoller Kombination gute Berufsaussichten eröffnen können. Beim Diplomstudiengang alter Art lag dagegen die durchschnittliche Studiendauer bei 11 bis 14 Semestern.

Als Vorteil des B.Sc.-Abschlusses im Vergleich zum Vordiplom wird gesehen, dass er einen zumindest formal berufsqualifizierenden Abschluss darstellt. Dadurch wird das Risiko für Studienabbrecher in höheren Semestern verringert. Während einige Absolvent/inn/en schon Arbeitsplätze gefunden haben, sind andere wegen der unklaren Lage und Perspektiven im Moment irritiert (vgl. http://www.geoversum.info) oder wegen der in der Regel geringen Einstiegsbezahlung gar frustriert. Noch gibt es ja viele konkurriende Absolventen mit Diplom-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt. Aus diesem Grund nehmen die B.Sc.-Absolvent/-inn/en meist direkt nach dem Abschluss ein M.Sc.-Studium zum Erwerb eines besser akzeptierten Abschlusses auf. Wird diese Möglichkeit durch Zulassungsbeschränkungen eingeschränkt, könnte das unter den gegebenen B.Sc.-Aussichten am Arbeitsmarkt für die Nicht-Zugelassenen zur beruflichen Sackgasse werden. Wenn für das M.Sc.-Studium eine Finanzierung durch das jeweilige Institut möglich ist, kann allerdings eine ungeschickte Vertragsgestaltung - zumindest bei der zur Zeit noch auf maximal 12 Jahre befristete Beschäftigung an öffentlichen Forschungseinrichtungen - die Anstellungschancen während einer eventuellen Promotionsphase oder einer daran anschließenden wissenschaftlichen Tätigkeit drastisch einschränken.

Bereits im Oktober des Jahres 2000 machte der BDG in einer Stellungnahme zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in den Geowissenschaften auf bestimmte Probleme aufmerksam. Der BDG sieht angesichts der nun eingetretenen Entwicklung - z. T. entgegen der allgemeinen politischen Stimmung - folgende dringende Aufgaben und fordert daher:

· Transparenz hinsichtlich der Schwerpunkte der einzelnen Hochschulen (z. B. laufende Recherche des AHF) und der Studiengänge;

· Information potentieller Arbeitgeber über die Qualitäten und Vorteile der neuen Studiengänge, speziell im Bereich der öffentlichen Verwaltung;

· Verbesserung und Erweiterung der z. T. stark gekürzten Geländeausbildung;

· Erhöhung des Praxisbezugs durch stärker methodenorientierte Ausbildung aller Art (u.a. GIS)

· erleichterte Wechselmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Studienorten auf der Basis vergleichbarer Module in den einzelnen Studiengängen

· Schaffung einer breiten einheitlichen Lehrinhaltsplattform für den B.Sc., damit jede/r B.Sc.-Absolvent/in überall für die Aufnahme eines M.Sc.-Studiums anerkannt werden kann und auch potentielle Arbeitgeber den Abschluss als einen Standard akzeptieren können; ggf. Erstellung einer neuen Rahmenordnung (Standortspezifische Module im Rahmen der Profilbildung der einzelnen Hochschulen sind natürlich weiterhin wünschenswert, sie sollten aber nicht zum Ausschluss möglicher Wechsler führen.)

· verstärkte Kooperation auf europäischer Ebene (u. a. mit der EFG) zur Festlegung eines europäischen Ausbildungsstandards

· klarere Veranstaltungsbezeichnungen (statt „System Erde 1 – 4“ eher „Endogene/Exogene Geologie“ o. ä.; „Mineralogie“ statt „Geomaterialien“ etc.), damit potentielle Arbeitgeber die fachlich einschlägigen Kenntnisse der Bewerber/innen besser einschätzen können. Das gleiche gilt für die Bezeichnung der Studiengänge.

· Information potentieller Arbeitgeber über das Bewertungssystem des B.Sc., das nicht mehr mit dem früheren vergleichbar ist, da sich die Gesamtnoten aus vielen Einzelleistungen und den Klausurnoten berechnen. Dadurch werden Durchschnittsnoten von 1,3 oder gar 1,0, wie sie in alten Diplom-Studienabschlüssen nicht selten waren, nur noch schwer erreichbar sein.

· Zusammentragen von Erfahrungsberichten von Absolvent/inn/en der neuen Studiengänge (z. B. vom neu gegründeten BDG-Arbeitskreis 'Akzeptanz BSc/ MSc in der Wirtschaft')

· Sammlung von Erfahrungsberichten von Arbeitgebern mit Absolvent/inn/en der neuen Studiengänge (z. B. vom neu gegründeten BDG-Arbeitskreis 'Akzeptanz BSc/ MSc in der Wirtschaft')

· Anstoß und Moderation einer gründlicheren Diskussion über die Veränderungen in der Ausbildungssituation

· verstärkte Information der Mitglieder über aktuelle Entwicklungen

· Forderungen an Ministerien nach besserer statt immer schlechterer Finanz- und Stellenausstattung der geowissenschaftlichen Ausbildungsinstitutionen und gegen eine Kontingentierung der Studierendenzahlen in den B.Sc.- und M.Sc.-Studiengängen

Basierend auf den oben geschilderten Entwicklungen wurde ein neuer BDG-Arbeitskreis gegründet. Ziel des AK „Akzeptanz BSc/MSc in der Wirtschaft“ ist es, ein Anforderungsprofil für BSc-/MSc-Absolventen aus berufsständischer Sicht zu erstellen und sich der o.g. Aufgaben anzunehmen. Der Sprecher des neuen AK, Dr. Thomas Weiß, bittet für die wichtige Aufgabe um aktive Beteiligung und lädt alle Betroffenen – Lehrende, Studierende, potenzielle Arbeitgeber – zur Mitwirkung ein.

Manfred R. Brix, Michael Stipp und die Mitglieder des Ausschusses Hochschule und Forschungseinrichtungen (AHF) des BDG

01/2007

 

 

 

 

 

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