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Die Notwendigkeit geowissenschaftlichen Sachverstands zeigte sich in diesem Jahr so deutlich wie nie zuvor: nicht nur bei der globalen Klimaerwärmung, Frühwarnsystemen für Naturkatastrophen und dem internationalen Rohstoffmarkt sind Geowissenschaftler gefragt. Es erhebt sich auch die Frage, ob Katastrophenereignisse wie in Köln (Einsturz des Stadtarchives), Staufen (Hebung der gesamten Altstadt) oder Kamen (Einsturz eines Wohnhauses durch Erdwärmebohrung) durch eine profitunabhängige Beratung und fachliche Begleitung durch geowissenschaftliche Fachbehörden hätten verhindert werden können.

„Gerade die Fachbehörden, die Baumaßnahmen im Untergrund überwachen sollen, wurden jedoch zerschlagen oder teilweise handlungsunfähig gemacht“ bemängelt BDG Vorsitzende Ulrike Mattig. „In den Fachbehörden ist nicht nur die fachliche Kompetenz gebündelt, hier werden auch wichtige Daten gesammelt und aufbereitet – diese sind unerlässliche Grundlage aller Planungen und Arbeiten“.

 

Schon vor zwei Jahren wurden bei einem gemeinsamen Workshop der Geologischen Dienste auf Initiative des BDG Ausschusses „Ämter und Behörden“ Probleme deutlich: unklare Strukturen wie die unterschiedliche Ressortanbindung (jeweils hälftig bei den Umwelt- und den Wirtschaftsressorts der Länder) sowie die strikte Kürzung der personellen und finanziellen Mittel erschwerten die Erfüllung der Aufgaben erheblich.

 

Der BDG fordert deshalb, den Abbau des Sachverstandes in den Behörden zu stoppen und bundesweit handlungsfähigen Strukturen in den Geo-Fachbehörden mit einer deutschland- und europaweiten Vernetzung neu zu schaffen. „Nur so“ so Mattigs Schlussfolgerung „kann zukünftig die Erfüllung der geowissenschaftlich relevanten Aufgaben wie z.B. die fachliche kompetente und unabhängige Begleitung von Bauvorhaben sichergestellt werden.“

 

BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler

 

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