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Sie haben das Interview vom 11. September 2016 um 16:30 Uhr im ZDF "planet e." verpasst? Sie finden es hier in der ZDF Mediathek:

Alle reden von Öl und Wasser. Dabei ist längst ein Kampf um eine ganz andere Ressource entbrannt: Sand. Die kleinen Körnchen sind der wohl am meisten unterschätzte Rohstoff unserer Zeit.


Foto: Quelle ZDF "planet e."

Wir alle brauchen ihn: Sand steckt in Autos, Mikrochips, Lebensmitteln, Glas und vor allem in Beton. Wie sehr unsere moderne Gesellschaft auf Sand angewiesen ist und welche Konflikte daraus erwachsen, zeigt "planet e." an Schauplätzen von Deutschland bis Dubai.

Einer der bedeutendsten Quarzsand-Vorräte Deutschlands lagert in Frechen, westlich von Köln. Die Quarzwerke bauen dort täglich 3000 Tonnen Quarzsand ab. Doch um an die wertvollen Körnchen im Boden heranzukommen, muss der darüber stehende uralte Wald gerodet werden. Dies sei ein Desaster für die Natur, klagt Tanja Keßels, ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie hält die vorliegenden behördlichen Genehmigungen für fehlerhaft und findet, der alte Wald müsse unter Naturschutz gestellt werden. Was kann die Umweltschützerin gegen die drohende Rodung unternehmen?

International ist es vor allem der grobkörnigere Bausand, der zu Konflikten führt. Wüstenstaaten wie Dubai geraten mit ihren Prestigeprojekten und Mega-Bauten an die Grenzen der eigenen Ressourcen und müssen Sand sogar importieren. Es scheint paradox, aber Wüstensand ist fürs Bauen ungeeignet. Die Körner sind zu glatt und rund. Der schier unstillbare Sand-Hunger führt zu Mondpreisen und zu illegalem Abbau. Eine regelrechte Sand-Mafia ist am Werk.

Die Folgen sind fatal: Indiens Küste wird abgegraben, vor Indonesien verschwinden ganze Inseln. Und ein Ende des Sand-Rauschs ist nicht in Sicht. Der Bauboom ist schon längst von den Wüstenstaaten hinüber zu den asiatischen Schwellenländern geschwappt. Allein China hat in den vergangenen sieben Jahren genauso viel Sand verbaut und in Beton gegossen wie die USA in den vergangenen 100 Jahren.

Sand ist Mangelware. Auch auf der Insel Sylt. Das Meer höhlt die schmale Nordseeinsel schonungslos aus. Küstenschützer versuchen, die Insel vor dem Untergang zu retten, und spülen Jahr für Jahr Millionen Tonnen Sand auf Sylts Strände.

An vielen Orten führt der Mangel an Sand zu Problemen und Konflikten. "planet e." forscht nach: Steuern wir auf eine weltweite Sandkrise zu?

Quelle: ZDF

Hier sehen Sie das kmpl. Interview.

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